Was ist Psycho-Kinesiologie?

In meinem Blog „Follow Your Feelings“ teile ich Fallgeschichten aus meinem eigenen Heilungsweg. Dabei beschreibe ich auch oft meine eigenen Psycho-Kinesiologie-Sitzungen. Damit ihr versteht, was Psycho-Kinesiologie (abgekürzt PK) ist und wie eine Sitzung aufgebaut ist, gebe ich euch hier das nötige Hintergrundwissen mit.

Was ist Psycho-Kinesiologie und wofür wird sie angewendet?

Dr. Dietrich Klinghardt hat die Psycho-Kinesiologie entwickelt und folgende Grundregel formuliert:

PK-Grundregel:

Jede Erkrankung, jeder Unfall, jeder unangenehme Lebensumstand – alle haben eine gemeinsame Botschaft: „Hier ist ein ungelöster seelischer Konflikt, der um Erlösung bittet (oder schreit)!“

Was heißt das?

  1. Hinter jeder Krankheit, jedem Unfall und jedem unangenehmen Lebensumstand, also hinter jedem Leid in unserem Leben steckt ein ungelöster seelischer Konflikt (abgekürzt USK).
  2. Mit der Methode der Psycho-Kinesiologie finden wir diesen USK.

Der Vorteil:

Wenn ich weiß um welchen USK es sich handelt, kann ich ganz gezielt die geeignete Methode anwenden, um diesen zu lösen.

Was ist ein unerlöster seelischer Konflikt – USK?

Ein USK kann durch ein Trauma entstehen.

Bei einem Trauma kann es sich um einmalige traumatische Ereignisse, über einen längeren Zeitraum wiederkehrende traumatische Situationen oder Bindungs- und Entwicklungstraumata handeln.

Wenn wir das Wort Trauma hören denken wir häufig an schwerwiegende traumatische Situationen wie einen Unfall oder eine Naturkatastrophe.

Wir sammeln im Leben allerdings auch unzählige „Mini-Traumata“ an. Das sind Situationen, die wir wahrscheinlich selbst nicht als traumatisch bezeichnen würden, die uns allerdings so schocken, dass unser zukünftiges Verhalten davon beeinflusst wird.

Der häufigste Grund, warum ein Trauma zu einem USK wird, besteht darin, dass es der Person zum Zeitpunkt des Traumas nicht möglich war, ihre Gefühle zu empfinden und/oder auszudrücken. Meistens weil in dem Moment tatsächlich Gefahr bzw. Lebensgefahr bestand und das Ausleben des Gefühls die Gefahr noch vergrößert hätte.

Das Gefühl wird in dem Moment nicht angemessen gefühlt, erlebt oder ausgedrückt. Die Energie von diesem Gefühl kann nicht abfließen und bleibt im System hängen. Das verursacht Probleme.

Warum brauchen wir die Psycho-Kinesiologie um den USK zu finden?

Was wir im Hier und Jetzt wissen ist unser Symptom/Krankheit/Leid.

Was wir nicht wissen ist, welche (mini-) traumatische Situation aus unserer Vergangenheit dafür verantwortlich ist, dass wir jetzt dieses Symptom haben. Welche der unzähligen Situationen, die wir in unserem Leben erlebt haben ist diejenige welche?

Diese Verknüpfung können wir mit dem Verstand in den allermeisten Fällen nicht herstellen. Uns ist in der Regel völlig unbewusst, welches Ereignis aus der Vergangenheit die aktuellen Probleme auslöst. Auch wenn wir uns an das betreffende Ereignis erinnern können, ist uns oft nicht bewusst, wie sehr uns diese Situation belastet hat geschweige denn, dass sie uns jetzt noch beeinflusst.

Und da kommt die PK ins Spiel.

Mit Hilfe der PK können wir einen Dialog mit dem Unterbewusstsein führen und so das aktuelle Symptom mit dem betreffenden USK verbinden.

Wie funktioniert das?

Um mit dem Unterbewusstsein zu kommunizieren wird in der PK eine Biofeedback-Methode genutzt. Von Dr. Klinghardt wird hierfür der Muskeltest gelehrt. Es können jedoch auch andere Biofeedback-Methoden angewendet werden. Ich nutzte hierfür den Tensor (siehe Bild oben).

Über den Muskeltest oder den Tensor werden Signale aus dem Unterbewusstsein in Ja/Nein-Antworten übersetzt. Wenn wir in der Behandlung auf einen USK zusteuern, wird Stress im Unterbewusstsein erzeugt und wir erhalten eine Ja-Antwort.

Wie läuft eine Psycho-Kinesiologie-Sitzung in meiner Praxis ab?

Zu Beginn der Sitzung führe ich als Therapeutin mit dem Klienten ein Gespräch, in dem dieser erzählt, was ihm gerade Leid verursacht.

Anschließend beginnen wir mit dem Testen.

1. Ist hier ein USK aktiv? Wenn ja, ist es nur einer oder sind es mehrere?

2. Welches Gefühl ist mit dem USK verknüpft?

Hierzu teste ich in einer Tabelle, um welches Gefühl es sich handelt.

3. Wann ist dieses Gefühl zum ersten Mal aufgetreten?

Hier testen wir das Alter, in dem das Gefühl zum ersten Mal aufgetreten ist. Es kann auch bereits im Mutterleib oder einem Vorleben entstanden sein.

Zu diesem Zeitpunkt kann es schon möglich sein, dass dem Klienten direkt die Situation einfällt in der dieses Gefühl entstanden ist. Häufiger sind jedoch noch mehr Informationen nötig so dass wir weiter testen.

4. Was sind die Umstände in denen das Gefühl aufgetreten ist?

Ist dieses Gefühl entstanden in Bezug auf einen Mann oder eine Frau?

In Bezug auf die Familie, den Beruf, die Schule, die Freunde etc.?

Hier testen wir uns immer näher heran, bis wir das betreffende Ereignis gefunden haben.

Wenn sich der Klient jetzt an ein Ereignis erinnert, testen wir, ob es das Gesuchte ist. Wenn nicht, testen wir weiter, bis wir das gesuchte Ereignis gefunden haben.

5. Welche aktuelle Situation hat den USK von damals aktiviert – was war der Auslöser?

Diesen Schritt habe ich selbst für meine Behandlungen entwickelt.

Ich empfinde es als sehr hilfreich zu wissen, was gerade im Leben passiert ist, dass dieser USK ausgerechnet jetzt aktiviert wurde.

Denn oft ist es so, dass man Symptome entwickelt, in der PK-Sitzung das Gefühl und das zugrunde liegende Ereignis findet, aber fraglich ist, was diese Symptome gerade jetzt ausgelöst hat. Was ist gerade jetzt in meinem Leben passiert, dass dieser USK von damals aktiviert wurde?

Das trägt zum Verständnis bei, wie unser Leben funktioniert.

6. Wenn wir das auslösende Ereignis aus der Vergangenheit gefunden haben, wenden wir die entsprechende Methode an, um den USK zu lösen

In meiner Praxis arbeite ich hier unter anderem mit Innerer-Kind-Arbeit, Familienaufstellungen, Mentalfeldtechniken, der Regenbogenmethode (Farbbrillen) zur Lösung von einmaligen traumatischen Situationen und Energetik.

Fazit:

Wenn du durch dein Leben gehst und dich fragst, warum du zum x-ten Mal dieses oder jenes Symptom, diese oder jene Krankheit hast oder in bestimmten Bereichen deines Lebens wiederholt dasselbe erlebst und nicht vorankommst, ist die Psycho-Kinesiologie eine effiziente Methode, um herauszufinden, um was es hier eigentlich wirklich geht.

Um was geht es hier wirklich? Was steckt hinter dem großen und auch dem kleinen Leid, das du erlebst?

Programme aus der Kindheit….oder wenn man wegen einer schmutzigen Hose fast Halsschmerzen bekommt….

Es ist ein ganz normaler Tag. Ich bin zu Hause und sitze mittags an meinem Computer, als ich plötzlich ein komisches Gefühl in meinem Hals bemerke.

Da gehen bei mir sofort die Alarmglocken an!

Sind das tatsächlich Halsschmerzen?

Da ist definitiv etwas, Trinken, Schlucken, nichts hilft. Halsschmerzen sind mein Schwachpunkt, deswegen bin ich da extra sensitiv.

Ich hole den Tensor hervor und beginne mit einer Psycho-Kinesiologie-Sitzung.

(Wenn du wissen willst, was Psycho-Kinesiologie grundsätzlich ist und wie eine Sitzung funktioniert, kannst du das hier nachlesen.)

Thema (Gefühl, dem ich folge):

Ich hab so ein komisches Gefühl im Hals, vielleicht sind es sogar Halsschmerzen.

Gefühl, das testet:

– beleidigt –

Wann ist das Gefühl das erste Mal entstanden:

Das Gefühl ist das erste Mal entstanden mit 7 Jahren. Das betreffende Ereignis, bei dem dieses Gefühl entstanden ist, war nicht nur einmalig, es war öfter.

In Bezug auf welche Person ist dieses Gefühl entstanden:

Das Gefühl ist in Bezug auf meine Mutter entstanden.

Situation, in der dieses Gefühl entstanden ist:

Um das herauszufinden, habe ich eine Weile mit dem Tensor in verschiedene Richtungen getestet. Letztendlich habe ich das Thema getroffen. Offenbar hat mich meine Mutter geschimpft, wenn meine Kleidung schmutzig war und deswegen war ich beleidigt.

In diesem Fall habe ich die Situation komplett mit dem Tensor ertestet. Ich kann mich bewusst an keine Situation erinnern, in der ich für schmutzige Kleidung geschimpft wurde. Auch das ist in der PK-Arbeit möglich, dass das ursprüngliche Ereignis nicht erinnerbar ist, aber seine Wirkung noch immer entfaltet.

Aktuelle Situation, die dieses Gefühl aktiviert hat:

Die Frage ist jetzt, was dieses Thema hervorgeholt hat, sodass ich mit Halsschmerzen reagiere?

Ich habe den Tensor gefragt, wann das Thema getriggert wurde und die Antwort war: Heute.

Aber was ist denn heute passiert?

Und da fällt es mir plötzlich ein.

Mein Mann und ich sind heute mit dem Auto losgefahren, um Hühnerfutter einzukaufen und ich hatte eine schmutzige Hose an! Das habe ich aber erst im Auto während der Fahrt bemerkt. Als mein Blick auf meine Jeanshose fällt, sehe ich auf einmal, dass sie voll ist mit braunen Flecken!

Da wir einen Bauernhof haben mit Hühnern, Schweinen, Schafen, Katzen und Meerschweinchen trage ich zur Arbeit auf dem Hof meine alten ausgemusterten Jeanshosen. Je länger ich eine Hose zur Arbeit anhabe, desto schmutziger wird sie natürlich. Diese Hose hatte ich aber am Tag zuvor erst angezogen, deswegen war ich der Meinung, sie ist noch sauber und ich kann sie zum Einkaufen anlassen.

Aber weit gefehlt. Von oben bis unten sind mehrere dunkelbraune Flecken.

Als ich die dreckige Hose jetzt auf der Fahrt im Auto sehe steigt Panik in mir hoch.

„Oh mein Gott, so eine schmutzige Hose! Hilfe! Wie kann ich nur in so einer schmutzigen Hose rausgehen? Wieso habe ich das nicht gemerkt? Zuhause ziehe ich sie gleich aus.“

So ging mein nicht sehr netter innerer Dialog mit mir selbst, der sich natürlich auch mehrmals wiederholt hat.

Nach einer Weile habe ich mir dann gedacht, beruhige dich, du kannst es jetzt auch nicht mehr ändern. Ich geh jetzt einfach so dahin und vielleicht sieht`s ja keiner. Die Hose ist ja auch dunkelblau und wenn keiner direkt darauf schaut, dann fällt es vielleicht nicht auf.

Und was ist passiert? Die Dame, die uns bedient hat, hat nicht einmal auf meine Hose geschaut, die war voll und ganz mit ihren eigenen Problemen beschäftigt.

Fazit:

Meine Panik-Reaktion im Auto war die Reaktion einer 7-Jährigen und aus heutiger erwachsener Sicht völlig übertrieben. Aber da ist ein Programm angesprungen, und ich habe in meinem Kopf die Sätze wiederholt, die ich als Kind in der ein oder anderen Form, von dem ein oder anderen Erwachsenen wohl öfter gehört habe. Die Angst etwas Falsches zu tun, in eine Situation zu kommen, in der ich mich schämen muss und dafür im schlimmsten Fall noch geschimpft werde, wurde aktiviert.

Aus meiner heutigen erwachsenen Sicht konnte ich aber realisieren, dass die Welt nicht untergeht, wenn ich mal eine dreckige Hose anhabe und es, wie man gesehen hat, noch nicht einmal bemerkt wurde.

In diesem Fall hat tatsächlich das Bewusstsein, um was es geht, zur Heilung ausgereicht. Es waren keine weiteren therapeutischen Methoden notwendig.

Das komische Gefühl im Hals hat sich sogleich wieder vollständig aufgelöst.

Indem ich meinem, in diesem Fall körperlichem, Gefühl gefolgt bin, konnte ich die Verknüpfung zwischen den Halsschmerzen und der dahinterstehenden Geschichte aufdecken. Und dadurch wieder ein Stück mehr heil werden.