Programme aus der Kindheit….oder wenn man wegen einer schmutzigen Hose fast Halsschmerzen bekommt….

dunkelblaue Jeanshose vor Natursteinwand

Es ist ein ganz normaler Tag. Ich bin zu Hause und sitze mittags an meinem Computer, als ich plötzlich ein komisches Gefühl in meinem Hals bemerke.

Da gehen bei mir sofort die Alarmglocken an!

Sind das tatsächlich Halsschmerzen?

Da ist definitiv etwas, Trinken, Schlucken, nichts hilft. Halsschmerzen sind mein Schwachpunkt, deswegen bin ich da extra sensitiv.

Ich hole den Tensor hervor und beginne mit einer Psycho-Kinesiologie-Sitzung.

(Wenn du wissen willst, was Psycho-Kinesiologie grundsätzlich ist und wie eine Sitzung funktioniert, kannst du das hier nachlesen.)

Thema (Gefühl, dem ich folge):

Ich hab so ein komisches Gefühl im Hals, vielleicht sind es sogar Halsschmerzen.

Gefühl, das testet:

– beleidigt –

Wann ist das Gefühl das erste Mal entstanden:

Das Gefühl ist das erste Mal entstanden mit 7 Jahren. Das betreffende Ereignis, bei dem dieses Gefühl entstanden ist, war nicht nur einmalig, es war öfter.

In Bezug auf welche Person ist dieses Gefühl entstanden:

Das Gefühl ist in Bezug auf meine Mutter entstanden.

Situation, in der dieses Gefühl entstanden ist:

Um das herauszufinden, habe ich eine Weile mit dem Tensor in verschiedene Richtungen getestet. Letztendlich habe ich das Thema getroffen. Offenbar hat mich meine Mutter geschimpft, wenn meine Kleidung schmutzig war und deswegen war ich beleidigt.

In diesem Fall habe ich die Situation komplett mit dem Tensor ertestet. Ich kann mich bewusst an keine Situation erinnern, in der ich für schmutzige Kleidung geschimpft wurde. Auch das ist in der PK-Arbeit möglich, dass das ursprüngliche Ereignis nicht erinnerbar ist, aber seine Wirkung noch immer entfaltet.

Aktuelle Situation, die dieses Gefühl aktiviert hat:

Die Frage ist jetzt, was dieses Thema hervorgeholt hat, sodass ich mit Halsschmerzen reagiere?

Ich habe den Tensor gefragt, wann das Thema getriggert wurde und die Antwort war: Heute.

Aber was ist denn heute passiert?

Und da fällt es mir plötzlich ein.

Mein Mann und ich sind heute mit dem Auto losgefahren, um Hühnerfutter einzukaufen und ich hatte eine schmutzige Hose an! Das habe ich aber erst im Auto während der Fahrt bemerkt. Als mein Blick auf meine Jeanshose fällt, sehe ich auf einmal, dass sie voll ist mit braunen Flecken!

Da wir einen Bauernhof haben mit Hühnern, Schweinen, Schafen, Katzen und Meerschweinchen trage ich zur Arbeit auf dem Hof meine alten ausgemusterten Jeanshosen. Je länger ich eine Hose zur Arbeit anhabe, desto schmutziger wird sie natürlich. Diese Hose hatte ich aber am Tag zuvor erst angezogen, deswegen war ich der Meinung, sie ist noch sauber und ich kann sie zum Einkaufen anlassen.

Aber weit gefehlt. Von oben bis unten sind mehrere dunkelbraune Flecken.

Als ich die dreckige Hose jetzt auf der Fahrt im Auto sehe steigt Panik in mir hoch.

„Oh mein Gott, so eine schmutzige Hose! Hilfe! Wie kann ich nur in so einer schmutzigen Hose rausgehen? Wieso habe ich das nicht gemerkt? Zuhause ziehe ich sie gleich aus.“

So ging mein nicht sehr netter innerer Dialog mit mir selbst, der sich natürlich auch mehrmals wiederholt hat.

Nach einer Weile habe ich mir dann gedacht, beruhige dich, du kannst es jetzt auch nicht mehr ändern. Ich geh jetzt einfach so dahin und vielleicht sieht`s ja keiner. Die Hose ist ja auch dunkelblau und wenn keiner direkt darauf schaut, dann fällt es vielleicht nicht auf.

Und was ist passiert? Die Dame, die uns bedient hat, hat nicht einmal auf meine Hose geschaut, die war voll und ganz mit ihren eigenen Problemen beschäftigt.

Fazit:

Meine Panik-Reaktion im Auto war die Reaktion einer 7-Jährigen und aus heutiger erwachsener Sicht völlig übertrieben. Aber da ist ein Programm angesprungen, und ich habe in meinem Kopf die Sätze wiederholt, die ich als Kind in der ein oder anderen Form, von dem ein oder anderen Erwachsenen wohl öfter gehört habe. Die Angst etwas Falsches zu tun, in eine Situation zu kommen, in der ich mich schämen muss und dafür im schlimmsten Fall noch geschimpft werde, wurde aktiviert.

Aus meiner heutigen erwachsenen Sicht konnte ich aber realisieren, dass die Welt nicht untergeht, wenn ich mal eine dreckige Hose anhabe und es, wie man gesehen hat, noch nicht einmal bemerkt wurde.

In diesem Fall hat tatsächlich das Bewusstsein, um was es geht, zur Heilung ausgereicht. Es waren keine weiteren therapeutischen Methoden notwendig.

Das komische Gefühl im Hals hat sich sogleich wieder vollständig aufgelöst.

Indem ich meinem, in diesem Fall körperlichem, Gefühl gefolgt bin, konnte ich die Verknüpfung zwischen den Halsschmerzen und der dahinterstehenden Geschichte aufdecken. Und dadurch wieder ein Stück mehr heil werden.